Netzwerk junger Bechterewler

DVMB Landesverband Bayern e.V.

Die Jungen Bechterewler der DVMB im Landesverband Bayern e.V.

Erlebnisseminar der Jungen Bechterewler
Junge Bechterewlwer bei der Stadtführung
Junge Bechterewler bei der Stadtführung

Bereits zum 3. Mal in Folge fand ein Erlebnisseminar der Jungen Bechterewler statt. Diesmal wurde als Veranstaltungsort der Kurort Bad Tölz gewählt. Die Organisatoren haben sich wieder einmal mehr ein tolles Programm einfallen lassen.

Die Anreise war bis 18.00 Uhr am 12.09, also Freitag geplant. Ein paar kamen etwas später, aber so gegen 21:00 Uhr war die Truppe komplett. Dem gemeinsamen Abendmahl folgte das Kennen lernen und ein gemütliches Geplauder bis spät in die Nacht.

Am nächsten Morgen wurden wir zur Stadtführung in Bad Tölz abgeholt. Wir erfuhren viel Wissenswertes über die Entstehung und Entwicklung der verschiedenen Stadtteile und die wirtschaftliche Situation des Marktes, von der Bedeutung der Jodquellen, die ehemals für die Entstehung des Kurortes so wichtig waren ebenso wie von ehemals 22 Brauereien von denen leider keine mehr existiert.

Nach der offiziellen Führung hatte jeder noch Zeit sich selbst ein Bild von der Altstadt und den schönen Malereien der alten Häuser zu machen, eine Kleinigkeit zu essen oder Mitbringsel zu besorgen.

Junge Bechterewler mit Neoprenanzug, Helm, Schwimmweste und Paddeln ausgestattet
Junge Bechterewler mit Neoprenanzug, Helm, Schwimmweste und Paddeln ausgestattet

Um 12:30 Uhr war die Abfahrt zur Raftingtour auf der Isar. Das Wetter wurde besser, weil wir etliche Kirchen während der Stadtführung besucht hatten und der Himmel ein Einsehen bekam. Zuerst ging es zum Treffpunkt am Tölzer Hofbräuhaus, ein Wirtshaus direkt an der Isar gelegen. Dort trafen wir unseren Rafting Guide Christian. Nachdem wir von ihm und einem Kollegen mit Neoprenanzug, Helm, Schwimmweste und Paddeln ausgestattet.

Anschließend fuhren wir mit Taxen ca. 12 km flussaufwärts Richtung Lenggries. Auf einem Parkplatz warteten bereits unsere Raftingboote, zwei an der Zahl, auf uns. Wir mussten die Boote nur noch über die Straße zur Isar tragen. Puh, so ein Boot ist ganz schön schwer! Nur einige von uns hatten Neoprenschuhe bekommen, die anderen fuhren mit mehr oder weniger alten Latschen. Bei einer Außentemperatur von ca. 12° C und einer Wassertemperatur von geschätzten 10°C war das die optimale Kneippkur. Vor dem Start wurden wir von unserem Guide über richtiges Verhalten im Boot, und auch außerhalb (nach Kentern oder bei “Mann über Board”) eingewiesen. Das erste Boot wurde von Christian selbst gesteuert. Für das zweite Boot meldete sich (eher notgedrungen als freiwillig) Thorsten als Steuermann. Der bekam dann noch eine extra Einweisung im Kommando geben und lenken.

Endlich ging es ins Wasser. Wir, das zweite Boot, wurden angewiesen, keinesfalls zu überholen, wegen der Isarburg – ein Gefälle, das über drei Stufen hinuntergeht und für ungeübte Wildwasserfahrer nicht leicht zu bewältigen ist. Wir hatten schon so unsere Schwierigkeiten mit der Lenkung. Thorsten gab sein Bestes, aber so manch Ruderer befolgte einfach seine zu netten Anweisungen nicht! “Könntet Ihr jetzt mal alle rudern?” ist wahrscheinlich nicht der richtige Ton gewesen. Vielleicht hätte eine Galeerentrommel genutzt? Jedenfalls fuhren wir mitten auf der Isar auf einen Felsen auf, sodass alle Mann bzw. Frau das Boot verlassen mussten, weil wir partout nicht mehr von der Stelle kamen. Das Wasser stand einigen an der Stelle sprichwörtlich bis zum Hals. Aber lustig wurde es erst, als wir verstanden, warum das Boot sich auch danach nicht von der Stelle bewegte. Vier von uns zogen in die eine Richtung, die anderen in die andere Richtung. Erst ein Tipp von Anna (“Sollten wir nicht alle in eine Richtung ziehen?”) verhalf uns zur Rettung. So ging es also endlich weiter.

Junge Bechterewlwer durchqueren die Isarburg
Junge Bechterewler durchqueren die Isarburg

Bei der Isarburg konnten wir unsere Boote auf einem Kiesbett parken. Christian lenkte beide Boote nacheinander über die Felsentreppe. Das war schon ein schönes Erlebnis, das wir alle noch mal wollten. Also hieß es Boote wieder hinauftragen und noch mal hinunterfahren. Jedes Mal mit Christian als Lenker. Was wahrscheinlich auch gut so war. Danach nutzten ein paar besonders Wagemutige die Gelegenheit zum Schwimmen. Puh, bei der Kälte, das muss man schon mögen! Der Rest der Fahrt ging ziemlich gemütlich dahin und so allmählich bekam auch unser Steuermann seine Mannschaft in den Griff. Wir hatten auf jeden Fall riesigen Spaß!

Danach waren wir aber ganz schön froh, wieder trockene Kleidung anzuhaben. Schön war auch, als unsere Füße wieder aufgetaut waren, wie jemand sehr treffend bemerkte. Aber was hatten wir jetzt für einen Hunger. Wir mussten zuerst bei einer Fast Food Kette vorbei und uns stärken. Mit Burger und Kaffee! Was für eine Wohltat heißer Kaffee sein kann, wenn man so durchgefroren ist, einfach himmlisch!

Nach einer heißen Dusche im Hotel ging es wieder in den Speisesaal, wo bereits die Diplompsychologin Frau Elfriede Bürckstümmer auf uns wartete. Nach der Begrüßung verteilte sie an alle Teilnehmer kleine Zettel, auf die jeder von uns Begriffe schreiben sollte. Das Thema lautete: ”Was fällt mir zuerst ein, wenn ich an meinen Bechterew denke, beziehungsweise an den Bechterew meines Partners.” Jeder schrieb auf, was ihm einfiel. Am Ende kamen eine ganze Menge Begriffe oder auch Sätze zusammen. Die Begriffe wurden dann in verschiedene Kategorien unterteilt. Zum Beispiel Psyche positiv und negativ / ich und die anderen / Zukunft / Therapie und noch einige mehr. Nach der Zuordnung machten wir eine Pause, um unser Abendessen zu genießen. Danach wurden drei Themen nach Abstimmung ausgezählt, auf die wir näher eingingen. Frau Bürckstümmer zeigte uns einige Möglichkeiten auf, ein wenig anders mit den Ängsten umzugehen, die bestimmt jeder Bechterewler einmal hat - die aber jeder andere Mensch auch haben kann.

Anschließend machten wir noch eine Entspannungsübung – eine Fantasiereise. Nach dem doch recht anstrengenden Tag wären einige beinahe schon eingeschlafen, so gut hat das funktioniert. Wir bedankten uns bei Frau Bürckstümmer für die interessante Gesprächsrunde, und sie verabschiedete sich gegen 22:30 Uhr. Danach saßen wir noch ein bisschen beisammen und ließen den Tag ausklingen.

Der Sonntag war leider am Morgen schon total verregnet. Wir trafen uns gegen 8:00 Uhr zum gemeinsamen Frühstück und zur Lagebesprechung. Die Wanderung auf den Blomberg inklusive Sommerrodelbahn fiel buchstäblich ins Wasser und so beschlossen wir nach der Abschlussbesprechung, den offiziellen Teil zu beenden. Bei der Abschlussrunde fiel das Lob für die Organisatoren durchwegs positiv aus! Positive Erfahrungen, Wünsche und Anregungen für die nächsten Veranstaltungen wurden von jedem Teilnehmer aufgeschrieben, bevor jeder noch seine Meinung preisgab. Wir freuen uns auch schon auf nächstes Jahr – auf das nächste Seminar. Nach Möglichkeit sind wir wieder dabei. Ein einziger negativer Punkt muss aber angemerkt werden: Irgendjemand, der hier nicht namentlich genannt wird, hat vergessen, den Frühsport ins Programm aufzunehmen. Wir alle haben ihn schrecklich vermisst!!!

Doris Dotterweich

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