DVMB Landesverband Bayern e.V.

Öffentlichkeitstag Morbus Bechterew:

Dagegen hilft nur Bewegung

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) existiert 2013 seit 33 Jahren. Sie nimmt ihr ungerades Jubiläum zum Anlass einer bundesweiten Informations- und Veranstaltungskampagne, mit der sie auf die entzündliche und chronische Krankheit, die vor allem die Wirbelsäule betrifft, aufmerksam machen will. Auch in Lauf existiert eine Gruppe, die sich an der Aktion beteiligte.
Bei sonnigen Wetter fand am Krankenhaus Lauf anlässlich des 33jährigen Jubiläums der DVMB eine Veranstaltung der Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew statt.
Die Gruppensprecherin der Selbsthilfegruppe, Angelika Kreitmeier wünschte sich einen Veranstaltungsort, der zu der Thematik passte und stieß auf Nachfrage an Herrn Dr. Hitzkschke (Geschäftsführer des Krankenhauses Lauf) über den Wunsch diese Veranstaltung im Krankenhausbereich durchzuführen sofort auf offene Ohren.
Somit war der Grundstein gelegt.
Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich zuerst Herr Dr. Hitzscke bei der Gruppensprecherin Frau Kreitmeier, dass sie sich für diese Jubiläumsveranstaltung das Krankenhaus interessierte. Diesen Dank konnte sie im Anschluss nur weitergeben.
Nach einigen Erläuterungen zum Anlass und der Vorstellung der Informationen der Selbsthilfegruppe sowie Patientenvertretung konnte Sie Herrn Reh der in Vertretung des Landrates ein Kuvert überreichte sowie Herrn 1. Bürgermeister Brandmüller aus Schnaittach begrüßen. Weiterhin begrüßte sie auch Herrn Schneeberger von der AOK der im Anschluss auch Unterstützung bei der Genehmigung bzw. Verlängerungen der Funktionstrainingsrezepte signalisierte.
Als Referenten konnte sie Herr Dr. Seitz aus der chirugischen Praxis im KH Hersbruck, mit dem Thema „Diagnoseerkennung sowie dem Verlauf der
Erkrankung“ sowie auch Frau Dr. Wolter-Roessler, mit dem Thema „Homöopathie bei Morbus Bechterew“ gewinnen. Bei Herrn Dr. Seitz bedankte sie sich mit einen „süßen Gruß“ und bei Frau Dr. Wolter-Roessler mit einem Blumenstrauß.
Sehr erfreut zeigte sie sich, dass sie die 15jährige Triathletin Michelle Braun aus Ottensoos als Glücksfee gewinnen konnte. Das hübsche, zierliche Mädchen nimmt seit einigen Jahren an diesen Wettkämpfen teil. Sie belegte gleich zu Beginn der Saison beim Deutschland Cup in Halle den zweiten Platz und bei Wettkämpfen in Bayern gewann sie drei Siege in Folge.
Zum Schluss der Veranstaltung wurde die Fragebogenaktion ausgewertet.
Leider war die Teilnahme nicht so groß wie erwartet und es einige gesponserte Gewinne fanden keinen Abnehmer. Somit gab es keinen Verlierer.
Ein besonderer Dank gilt der Sparkasse Nürnberg, welche einen Betrag zur Jubiläumsfeier überwies sowie an folgende Einrichtungen welche Sachspenden zur Verlosung sponserten:
Gutscheine für die Stadtführung Lauf an Familie Kleinlein aus Lauf sowie Herr Richthammer Norbert aus Alfeld.
Eintrittskarten für Industriemuseum an Frau Karin Richter aus Rupprechtstegen sowie Christa Somborn aus Lauf.
Fackelmann-Therme Hersbruck an Herrn Döttl Robert aus Pommelsbrunn sowie Herrn Armin Hofmann aus Lauf.
T-Shirts der Stadt Lauf sowie Sporttaschen und Handtücher von der AOK Lauf für das Glücksrad welches auch zur Verfügung gestellt wurde.
Herzlichen Glückwunsch – Die Gewinne werden demnächst mit der Post versandt.
Die örtliche DVMB- Gruppe wurde im Oktober 2000 gegründet ist für den Raum – Nürnberger Land – zuständig und führt jeden Montagabend um 18.30 Uhr im Spiegelsaal des TV 1877, Lauf, Am Haberloh unter fachkundiger Anleitung eines Physiotherapeuten ein Funktionstraining durch und hilft Patienten, die an Morbus Bechterew erkrankt sind, mit Rat und Tat weiter. Die wichtigste Botschaft für die Patienten lautet: „Bewegung – Bewegung – Bewegung“.
Die Patientenorganisation versteht sich als Selbsthilfeeinrichtung und hat das Ziel, die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder zu wahren und deren Durchsetzung zu fördern.
Der russische Neurologe Wladimir Bechterew hat die Krankheit Ende des vorletzten Jahrhunderts zwar nicht entdeckt, aber eine im deutschen Sprachraum besonders beachtete Beschreibung geliefert. Sie betrifft vor allem das Bewegungssystem und kann über entzündliche Prozesse zu einer Einsteifung der Wirbelsäule führen. Aber auch andere Gelenke und Organe können befallen werden. Morbus Bechterew gilt bis heute als unheilbar, lässt sich aber in ihrem Verlauf ganz entscheidend beeinflussen“, betont die Sprecherin der Laufer Gruppe, Angelika Kreitmeier.
Die DVMB will helfen, mit der chronischen Erkrankung Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) leben zu lernen. Sie will durch Betreuungsangebote vorhandene Beweglichkeit erhalten und Verschlechterungen oder gar Einsteifungen vorbeugen sowie zur lebenslangen, täglichen Durchführung der erlernten Übungen motivieren. Sie will informieren und beraten und so aus Patienten quasi Experten aus eigener Betroffenheit werden lassen. Erfahrungsaustausch und Begegnung zwischen den Patienten sollen eine etwaige Isolation vermeiden helfen. „Die
Patienten können sich selbst am besten helfen, in dem sie für häufige und intensive Bewegung sorgen“, betont die Laufer Gruppensprecherin Angelika Kreitmeier.
Wie sie erläutert, sind im Anfangsstadium der Krankheit die Beschwerden meist unspezifisch und werden daher oft fehl gedeutet. Erfahrene Rheumatologen seien heute jedoch in der Lage, eine zuverlässige Diagnose zu stellen. „Dennoch vergehen zwischen den ersten Beschwerden und einer gesicherten Diagnose leider oft mehrere Jahre“, fügt sie hinzu. Häufige Symptome sind, so die Erfahrungen der Laufer Gruppe, wechselnde Gesäßschmerzen mit Einschränkungen an der Lendenwirbelsäule und Ausstrahlungen auf die Oberschenkel. Zahlreiche Patienten klagen über so genannte Morgensteifigkeit, die über Monate hinweg andauert und zu sich verschlimmernden Schmerzen führt. Meist beginnt die Krankheit vor dem 45. Lebensjahr, belegen Studien, an denen die DVMB sich beteiligt hat.
Aber auch Entzündungen im Hüftgelenk, Fersenschmerzen, Regenbogenhautent-zündungen (Irits), Schmerzen an Brustbein und Brustkorb können auf das Vorliegen von Morbus Bechterew hinweisen. Die Patienten erhalten überwiegend entzündungshemmende Medikamente, die in der Regel eine Erleichterung bewirken. „Nicht generell ist das Gen HLA-B27 ein Beweis für das Vorliegen von Morbus Bechterew, jedoch ein Anhaltspunkt, der die Medizinern bei ihrer Diagnose auf den richtigen Weg weisen kann“, weiß Angelika Kreitmeier aus langjähriger Erfahrung.
Die regelmäßige Bewegungstherapie der Laufer Gruppe wird in der Regel von den Krankenkassen unterstützt. Die Erfahrungen zeigen, dass gerade die Teilnahme an einer Gymnastik in Gruppen die Motivation steigert, sagt Angelika Kreitmeier.
Nähere Auskünfte erteilt die Gruppensprecherin der DVMB-Gruppe Lauf Angelika Kreitmeier (Tel. 09153/41 58).
Einfach mal „hineinschnuppern“ in die Morbus Bechterew - spezifische Gruppengymnasti0k ist jederzeit möglich und gern gesehen.