DVMB Landesverband Bayern e.V.

„Das Gespür für uns selbst wecken“

Frauenseminar in der Oase Steinerskirchen vom 29.09.-02.10.2011
von Angelika Kreitmeier, Sprecherin der Gruppe Lauf und Moderatorin im Frauennetzwerk DVMB LV Bayern

Das „Ankommen“ wurde mit dem Lied „Ich gehöre hierher“ und einem meditativen Tanz begleitet

Bewusste Bewegung führt zur Balance, Gleichgewicht und Gesundheit.
Aus verschiedenen Landkreisen trafen insgesamt 24 interessierte Frauen in der Oase Steinerskirchen ein. Das Seminar begann nach dem Abendessen mit einer Kennenlernrunde in der man seine Vorstellungen bzw. Erwartungen hervorbrachte. Das „Ankommen“ wurde mit dem Lied „Ich gehöre hierher“ und einem meditativen Tanz begleitet.
Im Anschluss stellte Christina Schneider unseren einzigen Mann, für die nächsten Tage vor: Unseren Referenten und Fledenkraislehrer Herr Dr. Frank Höfer.

Nach dessen einleitenden Worte über „Feldenkrais“ –  wer – was – warum und wofür, wurden im Anschluss auch gleich die ersten Übungen ausprobiert.

Nach dessen einleitenden Worte über „Feldenkrais“ –  wer – was – warum und wofür, wurden im Anschluss auch gleich die ersten Übungen ausprobiert. Entzündungen, Haltungsfehler, ungünstige Bewegungsabläufe, und Verspannungen führen beim Krankheitsbild Morbus Bechterew zu chronischen Schmerzen. Diese Schmerzen veranlassen uns wiederum zu Fehlhaltungen. Ein Teufelskreis: dazu auch psychischer Stress. Unsere Wirbelsäule muss für alles gerade stehen. Die Feldenkrais – Methode – ein Weg zum besseren Körpergefühl. – Welche wahren Worte – Es war schon sehr faszinierend, wie mit einfachen Übungen kleine bewusste Bewegungsabläufe wahrgenommen wurden. Der Erste Tag war geschafft.

Das Geschenk, das wir morgen empfangen, ist das Wunder des Tages. Vor uns liegen Stunden voller Geheimnisse und neuer Erfahrungen. Mit dieser Einstimmung in Wort, Schrift und Tanz wurde der Morgen begonnen, um danach gleich in das volle „Bewegungsprogramm“ einzusteigen. Hier erfuhr man bei den Bewegungslektionen im Liegen und Sitzen welche Aufgaben Skelett, Muskeln und Gelenke haben.

Spielerisch und mit sanften, schonenden Bewegungen entdeckten wir die Möglichkeit die Bewegungsabläufe zu spüren, zu denken und danach zuhandeln

Einige Bewegungen waren, man konnte es nicht glauben, doch sehr anstrengend. Obwohl es immer nur kleine Bewegungsabläufe waren. Keiner konnte sich vorher vorstellen, dass man die Atmungen in einer Körperseite so durchführt, dass man hinterher das Gefühl hat, dass diese Körperhälfte doppelt so breit ist. Von einer Lockerheit in diesem Körperbereich ganz zu schweigen. Spielerisch und mit sanften, schonenden Bewegungen entdeckten wir die Möglichkeit die Bewegungsabläufe zu spüren, zu denken und danach zuhandeln.

Nach dem Mittagessen konnte jede für sich den Gefühlen welche die Bewegungen ausgelöst haben, nachspüren und sich mit den anderen Frauen darüber austauschen

Nach dem Mittagessen konnte jede für sich den Gefühlen welche die Bewegungen ausgelöst haben, nachspüren und sich mit den anderen Frauen darüber austauschen. Am Nachmittag wurde die Wirbelsäule als Bewegungskette vom Kopf bis Fuß aufgenommen auch die Augen durften dabei nicht fehlen. Erstaunlich, wie der Körper auf Augenreaktionen und auch umgekehrt reagiert.

Nach dem Abendessen wurde eine Abend-Mond-Geschichte von Christina vorgelesen. Das tollste dabei war, dass mit der auf den Rücken gezeichneten Partner - Massagenpraktik Mond, Sterne und Wind nicht nur akustisch sondern auch virtuell wahrgenommen wurde. Mit einem gemütlichen Beisammensein konnte man sich über die Gefühle die man im Laufe des Tages durchlebt hat, äußern. Beeindruckend wie unterschiedlich dies wahrgenommen wurde. So konnte man einen schönen aber auch anstrengenden Tag ausklingen lassen.

Feldenkraistherapie
Der Physiker und Judolehrer Moshè Feldenkrais (1904-1984) entwickelte diese spezielle Bewegungstherapie Er erkannte das Zusammenspiel zwischen menschlichen Bewegungsproblemen und psychischen Krankheiten.
Er stellte die Theorie auf, dass Erkrankungen verhindert werden können, wenn man sich falsche Körperhaltungen bewusst macht und gezielt „umlernt“. Hieraus entwickelte er vielfältige Bewegungsabläufe, die das gesamte Spektrum der menschlichen Bewegungen umfassen.
Diese bewusste Wahrnehmung erweitert geistige und auch körperliche Fähigkeiten. Selbst auferlegte Grenzen werden erkannt und überschritten, sodass bessere Handlungs- und Verhaltensalternativen erarbeitet werden können. Welche die unerwünschten Bewegungsmuster ersetzen.

Am Samstag, wurden die Tags zuvor erlernten Bewegungen nochmals wiederholt. So kann man sich die eine oder andere Übung besser merken und auch zu Hause wiederholen. Auch lassen sich viele in den Alltagsablauf mit einbeziehen. Sei es nun beim bücken, strecken oder drehen, vieles wird durch bewusste Bewegungen besser in den Gelenken aufgenommen. Unsere Gelenke denken mit und vergessen dies bei regelmäßiger Durchführung nicht. Leider mussten wir dann „Unseren Mann“ ziehen lassen. Es waren sehr interessante, lehrreiche Stunden mit ihm. Auch er bedankte sich bei „Seinen Frauen“ und fragte, ob unsere Männer zu Hause wüssten, was für tolle Frauen sie haben. Er bewundert uns, dass wir trotz Schmerzen und Behinderungen noch so lachen können. Nach der Mittagspause und der „Zeit für Sich“ ging es mit Kreativität weiter. Hier durften alle Frauen sich Ihr „Ich-Buch“ basteln. Es lagen verschiedene Sprüche und Bilder sowie kleinere aus Buntpapier gestanzte Blumen, Sterne, Schmetterlinge, Schmucksteine etc. zum aufkleben bereit. Es kamen viele schöne, unterschiedliche gestaltete Kunstwerke dabei heraus.

Es lagen verschiedene Sprüche und Bilder sowie kleinere aus Buntpapier gestanzte Blumen, Sterne, Schmetterlinge, Schmucksteine etc. zum aufkleben bereit. Es kamen viele schöne, unterschiedliche gestaltete Kunstwerke dabei heraus

Bevor wir zum Abendessen gingen, stellten wir uns noch in den wunderschönen Garten zum Gruppenfoto. Den nächsten Morgen, unser letzter Tag, begannen wir wieder mit einem Tanz. Wie alle sehr rhythmischen Tänze, die Christina ausgesucht hatte, war dieser noch rhythmischer – ein Herztanz, dem Herzschlag gleich -. Nachdem dieser geendet hatte, wurde Bilanz gezogen, dabei Vorschläge bzw. Themen für zukünftige Frauenseminare gesammelt. Viele, tolle Ideen kamen zusammen. Einige davon sind im Programm für 2012 schon enthalten. Danach kam das großen Abschied nehmen. Es wurde vor dem Mittagessen gelegt, damit man hierfür auch genug Zeit hatte. Viele freuten sich über die tollen Tage. Man war sich einig, dass diese 4 Tage doch zu wenig waren. Ein paar mehr, wäre auch nicht schlecht gewesen.

Zum Schluss nochmals ein herzliches Danke Schön für die tolle Leitung und Organisation an Christina Schneider.