DVMB Landesverband Bayern e.V.

Das Frauennetzwerk der DVMB im Landesverband Bayern e.V.

Zeit für mich - im Alltagsfrust

Bericht über das Frauenseminar bei den Dillinger Franziskanerinnen in Bamberg.

Von Christina Schneider, Frauenansprechpartnerin der DVMB LV Bayern.

Die Damen im Park

Wie stellt man sich eigentlich ein Kloster vor! Dicke Mauern, enge Zellen, betende Ordensfrauen, spartane Lebensweise, Abgeschiedenheit. Weit gefehlt: Helle, modern eingerichtete Räume, in einem im Jahre 1980 erbauten Haus, auf einem weiten der Natur überlassenen Areal, mitten im Wohngebiet der Stadt Bamberg öffnete für uns die Pforten.

Die Dillinger Franziskanerinnen (1241 Dillingen an der Donau) unsere Gastgeberinnen, engagierten sich hauptsächlich in Unterricht, Erziehung, Pastoral und Betreuung alter Menschen, auch in der USA, Brasilien, Indien, Spanien usw. So war es nicht wunder das während unseres Aufenthaltes auch Gäste aus dem Senegal anzutreffen waren. Große stattliche, bunt gekleidete, zuvorkommende Afrikaner, für die Zeit und Termine ein Fremdwort ist. Sie praktizieren bereits die Lebensweise, die wir uns als Aufgabe gestellt haben. "Gönn dich dir selbst, und sei neben allem anderen auch für dich selbst da".

Die 15 Teilnehmerinnen die sich zum Frauenseminar der DVMB des LV Bayern vom 23.-25.06.06. zusammenfanden begaben sich auf den Weg aus dem Aschenputteldasein. Angelehnt an das gleichnamige Märchen zeigte uns die Referentin Dipl. Theol. Vera Badura auf was zu einer psychisch und physischen Gesundheit stabilisierenden Lebensweise gehört. Aktiv dem Wagnis Leben stellen. War die Aufforderung an uns alle mit zeitgemäßen Entspannungstechniken und positive Impulse durch Tanz und Bewegung.

Mit Dipl. Theol. Petra Kemmer wurde unsere kreative Entfaltung gefordert. Mit Kohle und Kreide sollten wir den Raum schaffen um ein kleinwenig mehr bei sich selber anzukommen. Bei der anschließenden Vernissage erklärten uns die Neu gebackenen Künstlerinnen Ihre eindrucksvollen Gemälde.

Im Austausch in der Gruppe beschäftigten wir uns auch mit der Diagnose "Morbus Bechterew" Es ist längst kein Geheimnis mehr das Körperliche Erkrankungen, Auswirkungen auf die Psyche, und das psychische Befinden sich körperlich ausdrückt. In einer selbst Einstudierten tänzerischen Darstellung war dies eindrucksvoll zu sehen. In einer weiteren Gesprächsrunde ging es um das Thema "Wissen wir eigentlich was Gesundheit ist!"

Als Vorlage diente uns hier die "Sieben Grundbedingungen" der WHO (Weltgesundheitsorganisation)

  • Ein stabiles Selbstwertgefühl
  • Ein positives Verhältnis zum eigenen Körper
  • Freundschaft und soziale Beziehungen
  • Eine intakte Umwelt
  • Sinnvolle Arbeit und gesunde Arbeitsbedingungen
  • Gesundheitswissen und Zugang zur Gesundheitsversorgung
  • Eine lebenswerte Gegenwart und die begründete Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft

Passend zu unserem Programm lautet auch der Titel unserer Stadtführung "Von Quacksalbern und Wunderheilern" Bamberg besitzt eine der ältesten Apotheken Deutschland, betrieb das zu Seiner Zeit modernste Krankenhaus Europas, nennt Ärzte wie Dr. Eisenbart, Dr. Markus, Dr, Schönlein oder Dr. Wassermann ihr eigen. In großen Spitälern versorgte man Pilger und Arme, in Siechhäusern kämpfte man gegen die Pest und die Syphilis, versuchte der Gesundheit durch Studien an einer medizinischen Fakultät nachzugehen, um schließlich - wenn gar nichts mehr half, die Heiligen wie Elisabeth von Thüringen, Kaiserin Kunigunde oder Hildegard von Bingen anzurufen.

Das Angebot des Wochenendes war vielseitig und barg für jeden von uns die Möglichkeiten herauszufinden wie man in individueller Weise Körper und Seele pflegen kann und das mitten im Alltag. Wir bedanken uns bei den Dillinger Franziskanerinnen bei unseren Referentinnen und allen die zu diesem Wohlfühlwochenende beigetragen haben.

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