Netzwerk junger Bechterewler

DVMB Landesverband Bayern e.V.

Die Jungen Bechterewler der DVMB im Landesverband Bayern e.V.

Sportseminar vom 24. - 26.03.2006 in Neuburg an der Donau

Erlebnisbericht über das Sportwochenende von Brigitte Rohrer

Junge Bechterewler vor dem Hotel

Am 24.03.2006 war es nun endlich soweit. Ich war auf dem Weg zu meinem ersten Zusammentreffen mit anderen Bechterewlern. Eigentlich hatte ich mir schon seit meinem Eintritt in den DVMB vor eineinhalb Jahren fest vorgenommen, mal an einem Seminar wie „Basiswissen“ teilzunehmen. Aber irgendwie waren mir die dann immer zu weit weg. Als ich dann den Brief von Eva erhielt, dass ein Wochenende in Bayern, genauer gesagt in Neuburg an der Donau - also ganz in meiner Nähe – stattfinden wird und dann auch noch für junge Bechterewler, hatte ich mich gleich angemeldet.

Bis zum Abendessen waren fast alle von insgesamt 18 (incl. Eva) Teilnehmer im Sporthotel Rödenhof eingetroffen und jeder stellte sich kurz vor. Sehr überraschend war für mich, dass viele von den jungen doch schon sehr viele Jahre mit der Krankheit leben. Interessant fand ich auch, dass sich bis auf ein paar „Grundbeschwerden“ der Morbus Bechterew bei jedem anders äußert.

Wer sich für andere Therapieformen als der bei ihm angewandten interessierte, kam auch auf seine Kosten. In unserer Gruppe waren nämlich doch einige verschiedene Behandlungsformen vertreten und so bekam man nicht nur theoretische Informationen, sondern konnte ebenso nach persönlichen Erfahrungen fragen. Auch sich einfach nur mit anderen Betroffenen auszutauschen war für mich eine ganz neue und sehr positive Erfahrung. Der erste Abend endete, mittlerweile vollzählig, je nach individueller Müdigkeit um unterschiedliche Uhrzeiten. Für die Letzten war um 0.30 Uhr Schluss, als die Bedienung ihnen zwar nicht direkt, aber doch unmissverständlich klar machte, dass ihre Anwesenheit in der Gaststube nicht länger erwünscht war.

Den Samstag starteten wir gemeinsam um 7.30 Uhr mit Nordic Walking unter Anleitung eines Trainers. Für viele war es das erste Mal, für einige eine Auffrischung, auf was man beim „richtigen“ Nordic Walking achten muss. Nachdem das Walken im Wald, wegen noch vorhandener Eisplatten leider nicht möglich war, drehten wir unsere Runden auf dem Bolzplatz - vor allem zum Leidwesen derer, die nur ein paar Sportschuhe und eine Trainingshose dabei hatten, war der Platz extrem matschig. Mir persönlich hat das Walken nach der langen Winterpause trotzdem viel Spaß gemacht. Anschließend wurde erst einmal gemeinsam gefrühstückt. Von 10:00 – 12:00 Uhr stand dann „Einführung und Unterweisung an Fitnessgeräten speziell für Patienten mit Morbus Bechterew“ auf dem Plan. Erstmal erzählte uns der Physiotherapeut Herr Mayerhofer etwas über den Verlauf der Krankheit und der damit verbundenen Körperhaltung, teilweise auch veranschaulicht am lebenden Objekt. Anschließend ging er darauf ein, wie man im Alltag, aber auch durch den Einsatz von Fitnessgeräten zur Aufrichtung der BWS beitragen kann. Zum Schluss erläuterte er uns bei einem Rundgang durch das hoteleigene Fitnessstudio, welche Geräte für Bechtis sinnvoll sind und welche nicht. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und waren extrem informativ. Das nun folgende Mittagessen war wirklich lecker, was man im Allgemeinen über das Essen im Hotel sagen kann. Nach dem Essen konnte man dann wählen, ob man mal das Reiten ausprobieren möchte oder sich im Bogenschießen versucht. Ein Teil fuhr also in den nahe gelegenen Reitstall. Dort stand für zwei Stunden ein gutmütiges Pferd samt Reitlehrerin zur Verfügung. Den Berichten der Teilnehmer war zu entnehmen, dass es allen sehr gut gefallen hat. Ich hatte mich mit der anderen Hälfte der Gruppe für das Bogenschießen entschieden. Aus dem ortsansässigen Schützenverein waren drei Mitglieder mitsamt Equipment angereist. Nach einer kurzen Vorstellung ihres Vereins und des Schießsports versuchten sie uns die Technik des Bogen-ab-schießens mit einem Terraband als „Übungssimulator“ näher zu bringen. Dann durften wir endlich mit richtigen Sportgeräten auf Kurzdistanz (5-6m) schießen. Für manch Skeptischen vielleicht doch überraschend, und trotz ein paar blauer Flecken, hat der Schießnachmittag allen viel Spaß gemacht und mit ein paar Vorurteilen gegenüber dem Schießsport aufgeräumt. Wer wollte, konnte nach dem Reiten/Bogenschießen noch kurz Baseball ausprobieren. Nach einer Kaffee- und Kuchenpause folgte eine Stunde Entspannung mit Übungen. Dabei gab Inge uns einen kurzen Einblick in verschiedene Entspannungsformen wie z.B. Tai Chi. Zum Schluss machte sie mit uns noch eine indische Meditation. Bis zum Abendessen hatten wir nun eine kleine Pause, in der man z. B. auch die hoteleigenen Einrichtungen, wie Fitnessstudio, Sauna und Schwimmbad nutzen konnte. Nach dem Abendessen war ein Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde über das Thema „Übersicht über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Bechterew“ geplant. Der Vortrag konnte in dieser Form allerdings nicht stattfinden, da der Referent kurzfristig erkrankt war. Kurzerhand erklärte sich Britta bereit, einen Ersatzvortrag zu halten. Obwohl sie eigentlich nur als Gast dabei war, und nicht in ihrer Funktion als Leiterin der Jugendarbeit im Bundesverband, ließ sie sich einen Folienvortrag mailen, den sie dann ohne lange Vorbereitungszeit sehr kurzweilig präsentierte. Trotz des anderen Themas, nämlich „Allgemeinwissen über Morbus Bechterew“, war er für mich und auch die anderen sehr interessant und informativ. Das anschließende Beisammensitzen und Ratschen endete wieder recht individuell, wobei die Nachtschwärmer unter uns sich - nach der vorabendlichen Erfahrung – für einen privaten Zimmerumtrunk nach dem offiziellen Rauswurf gerüstet hatten.

Da in dieser Nacht die Uhren auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt wurden, waren alle recht dankbar, dass der Sonntag erst mit dem Frühstück um 8:30 Uhr begann. Anschließend konnte man entweder die hoteleigenen Einrichtungen nutzen oder seine am Vortag erworbenen Erkenntnisse und Fertigkeiten im Reiten/Bogenschiessen vertiefen. Auf die Bogenschützen wartete allerdings noch ein kleines Schmankerl. Dank des schlechten Wetters boten Anja, Peter und Stefan uns an, sie in ihr Schützenheim zu begleiten. Dort konnten wir dann neben Bogenschießen – jetzt schon auf 10m Distanz – auch noch Luftgewehr und Luftpistole ausprobieren. Alle die es versucht haben, waren ganz begeistert. Am späten Vormittag nutzten noch ein paar wenige das Angebot einer entspannenden Akkupressurbehandlung von Inge. Nach dem Mittagessen setzten wir uns dann noch zu einem Abschlussgespräch zusammen. Als die Organisatoren nach einem Feedback fragten, waren - bis auf wenige Kritikpunkte – alle sehr angetan von dem Wochenende und wir beschlossen einstimmig, dass so ein Wochenende keine einmalige Veranstaltung bleiben wird.

In diesem Sinne möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer noch mal bei den Organisatoren, vor allem bei Eva und Christin, bedanken.

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