DVMB Landesverband Bayern e.V.

Bewegung ist das einzige, was hilft

28.03.2011  Von: Kathrin Kupka-Hahn

Morbus Bechterew "Eigentlich hilft nur eins: Bewegen, bewegen, bewegen," sagt Thomas Röder, ein an Morbus Bechterew erkrankter junger Mann um die Vierzig. Bei ihm wurde die Krankheit sehr frühzeitig - im Alter von elf Jahren - diagnostiziert.

Der Bad Kissinger Gruppensprecher der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew, Otto Reusch, und Landrat Thomas Bold (von links) zeigen sich erfreut über das Engagement von Cornelia Herterich. Sie hatte die Tagung organisiert. Foto: Kupka-Hahn
Der Bad Kissinger Gruppensprecher der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew, Otto Reusch, und Landrat Thomas Bold (von links) zeigen sich erfreut über das Engagement von Cornelia Herterich. Sie hatte die Tagung organisiert. Foto: Kupka-Hahn

Heute arbeitet Thomas Röder im Landesvorstand der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) mit und war jetzt zu Gast in Bad Bocklet, als die DVMB-Gruppe Bad Kissingen zum 25-jährigen Bestehen eine Tagung der Gruppensprecher des Landesverbandes Bayern ausrichtete. "Man denkt immer, Bechterew ist eine Krankheit der alten Männer", erzählt Hans-Peter Kehlenbach, Gruppensprecher aus Augsburg, "dabei sind rund 40 Prozent der Erkrankten Frauen."

Das bestätigt eine 42-Jährige aus dem Landkreis Bad Kissingen, die anonym bleiben möchte. Für sie ist mit der Diagnose, die sie vor vier Jahren eröffnet bekam, keine Welt zusammen gebrochen. "Am Anfang war die Erleichterung, zu wissen, woher die Schmerzen kommen." Sie hatte das Glück, dass bei ihr recht schnell eine Diagnose erstellt werden konnte. Ihre Mutter ist ebenfalls an Morbus Bechterew erkrankt, so dass die Ärzte nicht lange suchen mussten. Aber das ist eher die Ausnahme.

Die Erkrankung ist bis heute schulmedizinisch nicht heilbar und verläuft bei jedem Erkrankten anders, erklärt Hans-Peter Kehlenbach. "Doch mit Bechterew muss man nicht als Trauerkloß herumlaufen, sondern man kann fröhlich alt damit werden." Die Krankheit verläuft in Schüben und führt im schlimmsten Fall zur Versteifung der Wirbelsäule sowie der Gelenke. "Daher ist zur Krankheitsbewältigung neben der medikamentösen Therapie ein gezieltes Bewegungstraining unabdingbar, um die Knochenhäute und die Gelenke elastisch zu halten", sagt der Augsburger Gruppensprecher. Das Bewegungstraining organisiert auch die Bad Kissinger DVMB-Gruppe. Die Teilnehmer treffen sich zur wöchentlichen Gruppengymnastik etwa in der KissSalis-Therme.

Zunächst sah es nicht rosig aus, erinnert sich Otto Reusch, der Initiator DVMB-Gruppe Bad Kissingen. 1986 hatte er sich auf die Suche nach einem Raum und Schwimmbad für die Therapiestunden begeben. Weder im damaligen Luitpoldbad noch in den Bad Kissinger Kliniken war er aufgenommen worden. Nur die damalige LVA-Klinik Regina gab ihm eine Zusage. Daraufhin gründete Otto Reusch mit Herbert Hümmer und Willibert Schürkens sowie 37 weiteren Interessenten am 24. Februar 1986 die DVMB-Gruppe Bad Kissingen. Vor kurzem wurde eine zweite Therapiegruppe in Bad Kissingen ins Leben gerufen.